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Diese 11 Fake News über das Christentum hast du schon in der Schule gelernt

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Diese 11 Fake News über das Christentum hast du schon in der Schule gelernt

Diese 11 Fake News über das Christentum hast du schon in der Schule gelernt

In der Schule hat dein Lehrer womöglich ein düsteres Bild von der christlichen Geschichte gemalt: Von der Hexenverbrennung bis zur Sklaverei, von der Zwangsmission bis zu den Kreuzzügen. Das Ergebnis: Viele denken, Christen müssen sich eigentlich für ihre Geschichte schämen. Aber stimmt das? Der Musiker und Christ Tommy Ballestrem hat ein Buch geschrieben („Ja, aber die Kreuzzüge…“). Das Ziel: Endlich mit den Fake News über das Christentum aufzuräumen!

1. Christen haben Millionen Hexen umgebracht. Nicht.

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An der Geschichte mit der Hexenverfolgung stimmt ganz grob geschätzt etwa ein Fünftel. Aber der Reihe nach. Neun Millionen Opfer soll der Hexenwahn gekostet haben – sagte der Protestant Gottfried Christian Voigt 1784. Ein Mythos, der sich bis ins 20. Jahrhundert gehalten hat. Fakt ist: Zwischen 1560 und 1700 gab es rund 50.000 Opfer der Hexenverfolgung – was natürlich trotzdem grausam ist. In den meisten Fällen führten allerdings weltliche Gerichte die Hexenprozesse, nicht die Kirchen.

,Auch Geistliche – wie Martin Luther – haben sich für die Hexenverbrennung ausgesprochen. Da gibt es nichts zu beschönigen. Aber: die römische Amtskirche lehnte die Hinrichtung der Frauen ab, die spanische Inquisition verbot sie schließlich. Ohne der Kirche jede Schuld abzusprechen: Die Hexenprozesse waren keine christliche Spezialität, sondern hatten letztlich mehr mit Macht, Aberglauben und heidnischen Bräuchen zu tun.

2. Die Christen wollten die Menschen doch nur dumm halten

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Die Fake News: Um ihre Macht zu erhalten, war der Kirche jedes Mittel recht. Sie wollte die Leute dumm halten, um über sie zu herrschen. Galileo Galilei, Darwin, Freud: Sie alle wurden bekämpft, um ein einfaches Weltbild zu verteidigen. Auch diese These enthält sicherlich ein Fünkchen Wahrheit. Die Amtskirche tat sich oft schwer, Erkenntnisse zu akzeptieren, die scheinbar der Bibel entgegenstehen.

Aber Fakt ist: Niemand hat in den vergangenen 2.000 Jahren im Westen so viel für die Bildung getan wie die Christen. Nach dem Zerfall des römischen Reiches bewahrten die Klöster das Wissen der Antike und förderten das Lesen und Schreiben. Von den Schulen für Neuchristen in Rom und Ephesus ausgehend entwickelte sich ein breites Bildungsnetz. Im 12. und 13. Jahrhundert kamen zu den Dom- und Bischofsschulen auch Pfarrschulen dazu. Später dann die Universitäten, die bis ins 19. Jahrhundert allesamt christlich waren.

3. Das Christentum war Gift für die Freiheit von Kunst und Kultur

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Christen sind engstirnig, prüde und kunstfeindlich – weiß doch jeder, oder? Nein, ganz falsch!

Es ist genau andersherum. Die Geschichte von Kunst und Kultur war in Europa bis vor kurzem eine überwiegend christliche Geschichte. Ein Beispiel: Bis ins 12. Jahrhundert hinein pflegten Klöster die Kunst der Buchmalerei. Raffinierte Muster und hochwertige Illustrationen waren wahnsinnig teuer und zeitaufwendig. Bis in die Neuzeit hinein sind Bibel und Christentum Inspiration für Kunst und Kultur. Ob himmelstürmende Kathedralen, die Gemälde Rembrandts oder die genialen Kompositionen Bachs: Sie sind durchdrungen vom christlichen Glauben – und vom Heiligen Geist.

4. Eine Einheitsreligion von Christen und Muslimen wäre das Beste für den Weltfrieden

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Die Unterschiede von Christentum und Islam sind zu vernachlässigen. Wenn Christen sich nicht so anstellen würden, könnten alle in Frieden leben. Richtig? Nicht so ganz. Schon Thomas von Aquin (ca. 1225-1274), der größte Theologe des Mittelalters, hat einige Unterschiede zwischen den Religionen herausgearbeitet. Er misstraute dem Koran, weil er „fleischliche Genüsse“ im Jenseits verspricht und Mohammed über sich sagte, er sei „in der Macht der Waffen gesandt“.

Es gibt zwar einige Parallelen zum Christentum: Gutes tun, beten, glauben – aber in der Tiefe tun sich Gräben auf. Mohammed war Krieger und unterwarf viele Stämme – Jesus ging für seine Feinde freiwillig ans Kreuz.

Im Koran wird der Zwangsmission das Wort geredet – im Neuen Testament nicht. Für Christen steht die Gottesliebe im Zentrum, für Muslime die Gottesfurcht und Unterwerfung. Das Reich von Jesus ist „nicht von dieser Welt“ – Mohammed errichtete einen Gottesstaat. Noch zahlreiche weitere Unterschiede gibt es, die zeigen: Das Gerede von der Einheitsreligion ist Fake News.

5. Christen sind doch auch nicht besser – das zeigt die Sklaverei

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Ein Punkt ist absolut richtig: „Christen sind doch auch nicht besser.“ Von Grund auf neigen sie dazu, sich um sich selbst zu drehen und nicht um Gott – genauso wie alle Menschen. Christsein heißt vielmehr, sich dessen bewusst zu werden, um Vergebung zu bitten und mit Gottes Gnade das Richtige zu tun. Und dabei immer wieder zu scheitern. Zum Beispiel die Sklaverei: Reiche Christen hielten Sklaven – so wie das schon Jahrtausende lang völlig normal war. Selbst das Neue Testament fordert nicht die Abschaffung – wohl aber einen menschlichen Umgang mit den Sklaven. Doch schon früh entließen konvertierte Römer tausende Sklaven in die Freiheit. Überliefert sind Beispiele von Christen, die sich selbst im Tausch für Sklaven in Gefangenschaft begaben. So ähnlich wie es Christus selbst gemacht hat. Allerdings waren es häufig Christen, die zur Kolonialzeit Sklavenhandel betrieben, der Millionen Menschen Freiheit und Leben kostete. Ein Beispiel für die Schuld, die auch die Kirche auf sich geladen hat. Allerdings: Die Abschaffung der Sklaverei ging weniger von Philosophen der Aufklärung aus. Es waren vielmehr Christen wie der Brite William Wilberforce, die aufgrund ihres Glaubens für die Beendigung des Sklavenhandels kämpften. Schließlich mit Erfolg.

6. Aber die Inquisition war doch wirklich der Inbegriff des Bösen!

Tatsächlich: In der Inquisition, der Verfolgung vermeintlich Ungläubiger, haben sich Christen schuldig gemacht. Allerdings wird auch hier maßlos übertrieben. An manchen Orten, wie z.B. in Deutschland, spielte sie keine große Rolle. An manchen Orten ging sie eher vom Staat als von der Kirche aus. Die meisten Opfer hatte die spanische Inquisition zu verbuchen. Zwischen dem 14. Jahrhundert und dem Jahr 1834 wurden dort rund 6.000 Menschen hingerichtet, überwiegend zum Christentum konvertierte Juden. Die meisten Inquisitoren waren Vertreter des Königs, nicht der Kirche.

Häufig spielten bei diesen Prozessen materielle Motive oder Machtfragen eine Rolle. Die römische Inquisition entstand im 16. Jahrhundert und führte in mehr als 200 Jahren zu 97 Todesopfern. Insgesamt reden wir über mehrere tausend Opfer der Inquisition durch die Jahrhunderte. Keine Frage: Jeder vermeintlich „Ungläubige“, den die Kirche auf dem Gewissen hat, ist einer zu viel. Nur zum Vergleich: Der Französischen Revolution fielen innerhalb kürzester Zeit 50.000 Menschen zum Opfer.

7. Das „christliche Abendland“ wäre ohne die Christen besser dran

Geograph

Wie oft hört man es dieser Tage: Alles, was gut ist am „Westen“, haben wir eigentlich dem Humanismus und der Aufklärung zu verdanken. Vom „christlichen Abendland“ wird nur ironisch und voller Spott geredet. Dabei haben eine Handvoll Mönche vor vielen Jahrhunderten unsere Zivilisation gerettet! Dem irischen Wandermönch Patrick (richtig, der vom St.-Patricks-Day) ist es zu verdanken, dass die grüne Insel im fünften Jahrhundert christianisiert wurde  (und der Sklavenhandel dort beendet wurde). Bis zum 7. Jahrhundert entstanden dort zahlreiche Klöster. Während nördlich der Alpen die gesamte klassische Kultur von den Germanen ausgelöscht zu werden drohte, pflegten die irischen Mönche die antike Bildung und Kultur. Als sie dann im 6. Jahrhundert auf Wanderschaft gingen, um das Festland zu missionieren, brachten sie nicht nur Lese- und Schreibfähigkeit zurück, sondern auch das Wissen um die antike Philosophie und die Bibel. Und so ging’s weiter: Bis weit ins Mittelalter schufen die missionarischen Wandermönche das Rückgrat des Abendlandes, das wir getrost auch heute noch christlich nennen dürfen.

8Im Reden waren die Christen immer gut – aber im Tun?

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Wir Christen sind doch Heuchler. So bezichtigen wir uns gerne selbst. Wäre es nicht besser, gar nicht vom Glauben zu reden, von Himmel und Hölle – und einfach Gutes zu tun? Na ja, so einfach ist es nicht. Denn tatsächlich waren es Christen, die seit 2.000 Jahren den Gedanken selbstloser Hilfe und praktischer Zuwendung zu den Ärmsten und Bedürftigsten gelebt haben. Und zwar gerade weil sie an den Gott geglaubt haben, der in Christus Mensch geworden ist. Es fing an mit den Aposteln, die lieber in den Tod gegangen sind, als ihren Herrn Jesus zu verleugnen. Wüstenväter wie Antonius verschenkten ihren ganzen Besitz. Der römische Kaiser Julian Apostata (331-363) wunderte sich, weil Christen sich als Einzige um Pestkranke kümmerten.

Waisen, Behinderte, Schwache: In der Antike war es etwas völlig neues, sich um sie zu kümmern. So entstanden schon im 4. Jahrhundert Kranken-, Waisen- und Armenhäuser, später dann Altenheime und Blindeneinrichtungen. Später spielten auch in der Krankenversorgung wieder die Klöster eine wichtige Rolle, in der Neuzeit waren es Christen, die psychisch Kranke erstmals menschenwürdig behandelten. Die Beispiele sind endlos: Ohne das Christentum wären wir heute lange nicht so sozial.

9. Das Christentum hat mit der Menschenwürde nicht viel am Hut

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In der Schule wurde dir vielleicht beigebracht, dass mit der Aufklärung, also ca. im 18. Jahrhundert, alles gut wurde. Humanisten und atheistische Philosophen haben endlich die universelle Würde aller Menschen (an-)erkannt und so den Weg bereitet für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Soweit die (eine) Theorie.

Stutzig machen kann einen daran schon die Tatsache, wie blutig gerade die Französische Revolution verlief (siehe oben) und wie viele Menschenleben atheistische Schreckensregime gekostet haben. Aber interessant ist sie schon, die Frage, woher der Gedanke der Menschenwürde eigentlich kommt. Ohne die Vorstellung von etwas Höherem und Absolutem lässt sie sich kaum begründen. Aus christlicher Sicht liegt die menschliche Würde darin, dass Gott uns nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Selbst die religionskritischen Philosophen Horkheimer und Adorno sagten, es gäbe eigentlich nur ein religiöses Argument gegen Mord. Und wer genauer in die Geistesgeschichte schaut, stellt fest: Die Wurzel der Menschenwürde geht auf die Bibel zurück. Und überall, wo sie diese Wurzel gekappt hat, stand sie auf sehr wackligen Füßen.

10. Die Christen verbündeten sich immer mit den Mächtigen

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Das ist sicherlich ein wunder Punkt: Tatsächlich haben sich Christen oft den Mächtigen angenähert, vor allem wenn sie in der Mehrheit waren. Schon im vierten Jahrhundert wurde das Christentum im römischen Reich Staatsreligion, das Mittelalter hindurch gab es meist ein enges Miteinander von „Thron und Altar“. Und noch heute gilt die Verbindung zwischen Kirche und Staat in Deutschland nur als „hinkende Trennung“, weshalb zum Beispiel der Staat für die Kirche Steuern einzieht.

Allerdings: die wahre Kraft des Christentums kam immer dann besonders zum Tragen, wenn die Kirche sich auf ihren geistlichen Kern besann und aus dem Glauben heraus die Gesellschaft prägte. Das war in den ersten drei Jahrhunderten der Fall, als Christen sich auf unerhörte Weise um ihre Mitmenschen kümmerten. Das war bei zahllosen namenlosen Christen, Mönchen und „Ketzern“ im Mittelalter der Fall, die auf ehrliche Weise Jesus folgten und die Amtskirche immer wieder erneuerten und. Und es ist heute so, dass Christen ihre Umwelt segnen und prägen, wenn sie sich auf die Bibel und Jesus besinnen, der sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

11. Ja, aber die Kreuzzüge…?!

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Und dann kommt es irgendwann, in jeder Diskussion: „Ja, aber die Kreuzzüge…“ Sie sind so etwas wie der ultimative Beweis, dass die Geschichte des Christentums hauptsächlich eine der Gewalt und Verfehlungen ist. Die Kreuzritter haben schließlich im Namen Jesu völlig willkürlich Millionen Unschuldiger dahingemetzelt! Oder…?

Ein Blick auf die Fakten hilft: Der Islam war seit seiner Entstehung im siebten Jahrhundert eine Bedrohung für das Christentum. Muslime belagerten 674 erstmals das christliche Konstantinopel und eroberten in der Folge mit Palästina, Ägypten, Nordafrika und Spanien zahlreiche christliche Gebiete. Im Jahr 1008 zerstörte der Kalif El Hakim die Basilika des Heiligen Grabes. Die Zerstörung von 30.000 weiteren christlichen Kirchen folgte. Die Kreuzzüge waren eine Reaktion auf diese Feldzüge (übrigens mit weit weniger Opfern als oftmals angenommen) – die sehr wahrscheinlich eine muslimische Eroberung Europas verhinderten. Die europäische Kultur in ihrer heutigen Form hätte es ohne die Kreuzzüge wohl nie gegeben.

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