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9 Fakten, warum sich die Hilfe für Frauen in der Prostitution in einem Dilemma befindet

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9 Fakten, warum sich die Hilfe für Frauen in der Prostitution in einem Dilemma befindet

9 Fakten, warum sich die Hilfe für Frauen in der Prostitution in einem Dilemma befindet

Ein Versuch den Kreislauf zu klären. Lesezeit 4 Minuten

1. Die Nachfrage nach Sexarbeiterinnen ist groß

Foto: Pixabay

Die Nachfrage nach Frauen in der Prostitution ist enorm hoch. Schätzungen gehen von 400.000 Frauen in Deutschland aus, die der Sexarbeit nachgehen. Dabei ist es extrem schwierig diese Zahlen zu belegen, da nur Frauen, die legaler Sexarbeit nachgehen, in die Statistik einfließen können. Das sind Frauen, die in Bordellen, Laufhäusern, in Terminwohnungen oder auf legalen Straßenstrichen arbeiten.
Frauen, die ihre Arbeit im Internet anbieten, auf illegalen Straßenstrichen arbeiten oder sich illegal in Deutschland befinden, können nur geschätzt werden und befinden sich somit im “Dunkelfeld” der Statistik. Sicher ist in jedem Fall, dass viele Frauen ihren Körper für Geld verkaufen, weil die Nachfrage so hoch ist.

 

2. Über die Freier spricht man nicht

Foto: Pixabay

Viel weniger Wissen und ungenaue Zahlen liegen über die Freier vor, die die Sexarbeit in Anspruch nehmen. Dabei wären sie es, die Licht ins Dunkel bringen könnten, weil sie die Arbeitsbedingungen der Frauen in der Prostitution sehen und oft sicherlich einschätzen könnten, ob die Prostitution freiwillig erfolgt oder es sich um Zwangsprostitution handelt. Doch die Freier bleiben im Dunkeln.

 

3. Die Gesellschaft will von nichts gewusst haben

Foto: Unsplash

Prostitution ist als Beruf in der Gesellschaft nicht anerkannt und wird somit auch nicht wertgeschätzt. Das gilt nicht nur für die Ausübung des Berufs, sondern auch für die Frauen, die diese Tätigkeit ausüben. Das bedeutet, dass die Frauen ihren Beruf komplett geheim halten und von ihrem Privatleben trennen müssen, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

 

4. Zwangsprostitution nutzt das Dilemma aus

Foto: Unsplash

Frauen, die unter der Vortäuschung falscher Zukunftsaussichten nach Deutschland geholt wurden, werden unter Druck in der Zwangsprostitution gehalten. Drohen die Frauen auszubrechen und sich nicht mehr zu prostituieren, würde zum einen die Familie im Heimatland nicht mehr finanziell unterstützt werden und zum anderen drohen die Menschenhändler damit, den Familien die wahre Tätigkeit der Frauen preiszugeben. Gerade in Hinblick darauf, dass viele Frauen in ihren Heimatländern Kinder haben, ist die Scham enorm hoch.

 

5. Mythos ja, Realität nein

Foto: Pixabay

Voyeuristisches Interesse ist gesellschaftlich in jedem Fall vorhanden, aber wie sieht es mit dem Interesse an der Lebenswelt der Frauen aus? Unter welchen Umständen und Arbeitsbedingungen arbeiten die Frauen? Machen sie das freiwillig oder werden sie gezwungen?

 

6. Fehlendes Wissen führt zu Ohnmacht gegenüber der Prostitution

Foto: Unsplash

Dadurch, dass das Berufsfeld der Prostitution so undurchsichtig ist, fehlt Wissen in der Gesellschaft. Daraus resultiert, dass es wenig Verständnis für Hilfen gibt, da vorschnell geurteilt wird und der gesamte Berufszweig Prostitution häufig in das kriminelle Milieu abgeschoben wird. Die Arbeit steht seither am Rand der Gesellschaft, gepaart mit Vorurteilen und Unverständnis, bei gleichzeitigem Interesse.

 

7. Ohnmacht führt zu negativem Kreislauf

Foto: Unsplash

Die Ohnmacht drückt sich oft in Unverständnis für die Situation der Frauen und grobem Verhalten aus. Haben Frauen den Mut gefasst, sich Hilfe zu holen oder sich jemandem mit ihrer Vergangenheit anzuvertrauen, ist es oft dem Unwissen geschuldet, dass nicht richtig auf die Situation der Frauen reagiert wird. Damit werden die Frauen in dem bestätigt, was sie bisher von der Gesellschaft angenommen haben, nämlich, dass es kein Entkommen aus dem negativen Kreislauf gibt und sich selbst helfende Stellen oft ambivalent und widersprüchlich verhalten. Nicht selten kommt es dann vor, dass die Frauen die soziale Teilhabe ganz meiden, um möglichen negativen Konfrontationen und Bemerkungen aus dem Weg zu gehen.

 

8. Raus aus dem Dilemma: Aufklärung bringt Licht ins Dunkel

Foto: Unsplash

Die Soziale Arbeit hat in Zusammenarbeit mit der Politik die Aufgabe durch professionelle Konzepte das komplexe Thema Prostitution in die Öffentlichkeit zu bringen. Nur so kann Akzeptanz für dieses Berufsfeld geschaffen werden und eine Sensibilisierung für die Frauen stattfinden, die diesen Beruf ausüben.

 

9. Hohe Anforderungen an die SozialarbeiterInnen

http://www.a21.org/campaigns/content/german-official-walk-for-freedom-2016/gma1lk

Foto: A21

Als Haupt- und Grundvoraussetzung gilt für SozialarbeiterInnen in der Prostitution, dass sie diesen negativen Kreislauf begriffen haben und aktiv dagegen steuern, indem sie Respekt vor den Lebensentwürfen und der Würde der Frauen zeigen. Denn die innere Haltung und die Einstellung und Kontinuität ist entscheidend für die Beziehungsarbeit, die zwischen den Frauen in der Prostitution und den SozialarbeiterInnen stattfindet. SozialarbeiterInnen müssen ganz individuell und situativ helfen und gleichzeitig flexibel und emphatisch agieren, damit sie innerhalb kürzester Zeit die Problemlagen der Frauen erkennen und Lösungsstrategien entwickeln können.

Doch nicht nur SozialarbeiterInnen können Frauen in der Prostitution aus diesem Dilemma verhelfen. Du kannst aktiv dagegen steuern, indem du das Thema offen ansprichst und so mehr Transparenz schaffst. Außerdem gibt es Werke, bei denen du dich engagieren oder spenden kannst z.B. Mission Freedom  oder beim Walk for Freedom. Trau dich!

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. p.imhof

    3. März 2018 at 17:33

    Solange die freier nicht dran-kommen=hilft alles nix.ein freier muss die frauen anständig behandeln=alles andere strafbar+nicht stets die frauen bestrf.absolut=sehr strenge strafen für sex mit kids=auch sehr large für ALLE missbraucher.da kann man echt nur von herzen beten,weil ja alles “heimlich”ist=unbedingt ans LICHT sollte.=macht mich so wütend:ABER gott ist ganz ,ganz besonders mit den opfern=mein einziger “TROST”…

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