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So wirst du ein guter Chef: 9 Tipps aus der Welt des Fußballs

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So wirst du ein guter Chef: 9 Tipps aus der Welt des Fußballs

So wirst du ein guter Chef: 9 Tipps aus der Welt des Fußballs

Fußballfans rund um den Globus sind wieder im WM-Fieber. Ein Grund für die Faszination des Spiels ist, dass es ein Spiegel des Lebens ist. Deshalb kannst du für dich und deine Führungsqualitäten viel davon lernen. Einsichten aus dem Buch „One Touch“ von Claus-Peter Niem & Karin Helle und von einigen unserer WM-Stars – plus Weisheit der Bibel als Bonus.

1. Lerne, Emotionen gezielt einzusetzen: der Götze-Trick

Quelle: https://en.wikipedia.org

112 kräftezehrende Minuten waren im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro gespielt. Es stand unentschieden im WM-Finale 2014 zwischen Argentinien und Deutschland. Da bekam André Schürrle auf der linken Seite den Ball, ließ ein paar Gegenspieler stehen und chippte die Kugel Richtung Strafraum. Da stand Mario Götze, ließ den Ball mit der Brust abtropfen und bugsierte ihn technisch anspruchsvoll ins argentinische Tor. Deutschland war Weltmeister. Einen großen Anteil an diesem Tor hat Jogi Löw, der Götze kurz zuvor eingewechselt hatte und ihm sagte: „Zeig ihnen, dass du besser bist als Messi!“

Ein Satz, der Emotionen wachrief, Götze anstachelte und so vielleicht die letzten Prozent an Leistung hervorkitzelte. Löw beherzigte den Rat, Emotionen gezielt einzusetzen. Oft ist es ein kleiner Anstoß, der ein großes Feuer entfacht. Und den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage macht.

 

2. Wieso Visionen eben kein Fall für den Doktor sind

Quelle: https://commons.wikimedia.org/

Wir kennen ihn alle, den süffisanten Ausspruch Helmut Schmidts: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen?“ Na ja – wer sagt denn, dass aus ihm nicht ein richtig großer Kanzler geworden wäre, wenn er Mut zu Visionen gehabt hätte? Aber zurück zum Thema: Ohne eine klare Vision hätte Thomas Edison wohl kaum 2.000 mal probiert, einen Kohlefaden zum Glühen zu bringen. Erst dann hat es nämlich geklappt.

Ein Fußballtrainer mit einer sehr klaren Vision war Jürgen Klinsmann, der 2004 Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft wurde. Er wusste genau, dass er veraltete Strukturen umkrempeln wollte. Ein modernes Funktionsteam, neue Trainingsmethoden, Stärken-Schwächen-Analysen: All diese Bausteine fügten sich zu einem Bild zusammen. Weil er eine Vision hatte.

3. Wie Alex Ferguson einen genialen Querkopf einfing

https://de.wikipedia.org/

Legendäre 27 Jahre lang war Alex Ferguson Trainer von Manchester United. In seinem Team war ein genialer Spieler: Eric Cantona. Das Problem: Der Franzose war extrem eigensinnig. Ferguson erkannte, dass er dem Spieler kreativen Freiraum geben musste. Statt autoritär zu werden ließ er ihm eine lange Leine. Der Ballkünstler zahlte es ihm mit bestechenden Leistungen im Dienst der Mannschaft zurück.

Fazit: Es ist wichtig, auf jeden Menschen individuell einzugehen und in den Methoden flexibel zu sein.

4. Der Druck ist real. Lerne, damit umzugehen

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Jede Führungskraft muss unter großem Druck andere coachen und inspirieren. Für Spieler und Trainer ist der Druck offensichtlich, weil ihnen Millionen Menschen zuschauen. Am Gesicht von Ottmar Hitzfeld konntest du ablesen, wie sehr ihn der Druck fertigmachte.

Aber auch ein gelassener WM-Star wie Per Mertesacker erzählte, dass er vor jedem Spiel Brechreiz hatte. Umso wichtiger ist es, Strategien für den Umgang mit dem Druck zu haben. Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann geht Mountainbiken und verbringt Zeit mit seiner Familie, Horst Hrubesch liebt das Angeln. Und eine ganze Reihe von Trainern und Spielern findet durch die Begegnung mit Gott Abstand vom Job. Und wenn nichts mehr geht, ist vielleicht eine Auszeit nach dem Vorbild von Thomas Tuchel oder Pep Guardiola das Richtige!

5. Das Geheimnis der weißen Bälle im Winter

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Einer der größten, hierzulande aber weitgehend unbekannten Trainer war der Engländer Herbert Chapman. Er coachte Huddersfield Town In den 1920er-Jahren dreimal hintereinander zum Meistertitel und setzte seine Erfolgsserie in den 30er-Jahren mit Arsenal London fort.

Sein Geheimnis: Er hatte Mut zu Innovationen, die von vielen belächelt wurden. So führte er zum Beispiel das sogenannte WM-System ein, das jedem Spieler eine feste Position zuweist. Heute auf (fast) jedem Bolzplatz normal, damals eine Revolution. Er präsentierte seiner Mannschaft Gegneranalysen, fast wie die heutigen „Laptop-Trainer“. Und er ließ seine Jungs im Winter mit weißen Bällen trainieren, um die Konzentration und Reaktion seiner Spieler zu verbessern.

Fazit: Traue dich, die Dinge anders zu machen als andere.

6. Es ist noch kein Meister… wie der alte Spruch praktisch wird

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„Qualität kommt von Qual“ – der Spruch von Felix „Quälix“ Magath bringt es auf den Punkt. Und es stimmt ja. Ohne Übung führt das beste Talent zu nichts.

Viele erfolgreiche Trainer wenden einen Trick an, um ihre Zöglinge zum Üben zu bringen: Sie denken nicht in Zeiteinheiten, sondern in Versuchen und Wiederholungen. Wenn der Bundes-Jogi seine Viererkette trainieren lässt, sagt er nicht: Übt eine halbe Stunde das Passspiel. Er gibt die Anweisung: Spielt genau zehn Pässe pro Spieler. So entstehen scheinbar mühelos automatische Abläufe. Und es fühlt sich gar nicht nach „Qual“ an!

7. …und wenn mal was nicht nach Plan läuft? Musst du kommunizieren!

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Reden kann doch jeder – oder? Die Fähigkeit, gut zu kommunizieren, ist die vielleicht meist unterschätzte Kompetenz sehr guter Trainer. Ein wichtiges Merkmal guter Kommunikation ist es, präzise zu sein und die Dinge auf den Punkt zu bringen. Ein exzellenter Coach sagt nicht: Verbessere dein Passspiel, sondern er sagt: Passe den Ball mit dem Innenrist und achte darauf, dass sich das Standbein neben dem Ball befindet. Das kannst du auf deine Gemeindemitarbeiter oder die Angestellten deines Unternehmens übertragen. Statt zu sagen: „Redet mehr miteinander“ könntest du formulieren: „Sprecht euch jeden Dienstag 15 Minuten lang vor der Mitarbeitersitzung ab.“ Ebenfalls wichtig: Vergiss nicht die Wirkung von Mimik und Gestik. Du kommunizierst mit deinem ganzen Körper. Also lass die Schultern nicht hängen!

8. Konflikte sind kein Drama oder: wie Dortmund die Meisterschaft gewann

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Konflikte sind menschlich. Auch auf dem Fußballplatz. Dort können sie aber dem Erfolg im Weg stehen. Einer der wichtigsten Jobs eines Trainers ist es deshalb, Konflikte zu moderieren und zu coachen. Sepp Herberger, der deutsche Weltmeister-Trainer von 1954, galt als Meister in dieser Disziplin. Er schrieb auch mal den Frauen seiner Spieler persönliche Briefe, um sich zu bedanken, weil er wusste: Nur wenn das Umfeld im Gleichgewicht ist, stimmen auch Leistung und Atmosphäre auf dem Platz. Wenn es trotzdem zu Konflikten kommt, ist es wichtig, sie früh zu erkennen, anzusprechen und ein offenes Ohr zu haben.

Der ehemalige Dortmunder Kapitän Sebastian Kehl war bekannt dafür, Probleme in seinem Team sofort anzusprechen und zu klären. Das war ein wichtiger Beitrag zur Meisterschaft 2012. Also: Respektiere deine Kollegen/Mitarbeiter, höre lieber zu als Schuld zuzuweisen, sprich in der Ich-Form, zeige Gefühle und sei ehrlich. Oder in den Worten der Bibel: „Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Eph 4,32)

9. Wie aus „zerbrochenen Puzzleteilen“ ein richtig schönes Bild wird

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Joachim_L%C3%B6w,_Germany_national_football_team_(01).jpg

Man kann Menschen in Anlehnung an die Bibel als „zerbrochene Puzzleteile“ bezeichnen. Mit anderen Teilen gemeinsam ergeben sie ein schönes Bild, wenn sie erst einmal geflickt sind. Der „Bruch“, das ist die angeborene Eigenschaft, nicht in Harmonie mit Gott zu leben und uns selbst und anderen deshalb zu schaden.

Beim Fußball tritt das Zutage, wenn jemand egoistisch, unehrlich oder nicht teamfähig ist. Wie können Führungskräfte trotzdem ein Team formen?

Man unterscheiden fünf Phasen im Teambuilding:

1) Forming-Phase: Die Rollen der einzelnen bilden sich erst heraus;

2) Storming-Phase: Gerangel um Rollen und viel Streitpotential;

3) Norming-Phase: Ein Wir-Gefühl und Spielregeln entstehen;

4) Performing-Phase: Das Team widmet sich seiner Aufgabe;

5) Transforming-Phase: Neue Ziele werden definiert.

Für alle Phasen gilt: Für den Coach ist es elementar wichtig, Stärken und Schwächen jedes „Puzzleteils“ im Blick zu haben und sich jedem zu widmen. So wie es Jogi Löw tut, der regelmäßig persönliche Gespräche mit jedem Spieler führt. Dabei hört er in erster Linie zu.

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